Empfehlung von Bambus mit Ausläufern als Sichtschutzhecken
Bei den ausläufertreibenden Bambuspflanzen steht eine große Auswahl zur Verfügung. Für einen höheren Sicht- oder Windschutz eignen sich viele Phyllostachys, sowie Semiarundinaria. Nicht ganz so hohe Hecken können mit Pseudosasa oder Hibanobambusa angelegt werden.
Platzbedarf
Für diese Arten ist eine Rhizomsperre[Link] unumgänglich. Wir empfehlen für Phyllostachys im Durchmesser min. 3 m einzuplanen. Soll die Hecke auf einem schmaleren Streifen wachsen (von weniger als 2m raten wir wegen des großen Arbeitsaufwandes ab), wählen Sie weniger stark wüchsige Sorten wie Phyllostachys aureosulcata ‚Aureocaulis‘ oder Phyllostachys bissetii.
In jedem Fall ist das rechtzeitige Abstechen innerhalb der Sperre sehr wichtig. Wartet man zu lange, steigt der Arbeitsaufwand enorm, da sich die Wurzeln bei Platzmangel stark verdichten und tiefer gehen. Die Wurzeln hören nicht auf zu wachsen und suchen sich einen Weg. Im schlimmsten Fall ist die Pflanze, zum Beispiel durch Untertauchen der Sperre, ausgebrochen und es müssen auch außerhalb der Sperre die Rhizome gesucht und ausgegraben werden.
Behalten Sie das Wachstum gut im Auge. Manche Pflanzen verhalten sich jahrelang fast schon horstig, um nach längerer Standzeit dann plötzlich einen enormen Ausbreitungsdrang zu entwickeln.
Standort
Phyllostachys, Pseudosasa und Co. sind wärmeliebend. An geschützten Standorten, viele Arten gerne auch sonnig, fühlen sie sich am wohlsten. Sie sind nicht so winterhart wie die Fargesia und gerade die empfindlicheren Sorten können bei sehr starken Frösten Blattschäden und auch mal Schäden an den Halmen davontragen.
Besonders robuste Arten/Sorten sind Phyllostachys bissetii, der sich auch an windigen Standorten gut behauptet und die sehr winterharten Phyllostachys aureosulcata ‚Aureocaulis‘. Auch andere Sorten von Phyllostachys aureosulcata wie beispielsweise ‚Spectabilis‘ sind sehr robust, ebenso der etwas größere Halmdurchmesser erreichende Phyllostachys atrovaginata.
Endhöhe
Mit den großblättrigen Pseudodasa japonica und Hibanobambusa tranquillans ‚Shiroshima‘ können sehr dekorative, niedrigere Hecken von gut 2 m (Hibanobambusa) bis gut 3 m (Pseudosasa) angelegt werden.
Bei Phyllostachys hängen die Endhöhen sehr vom Standort ab. Generell werden sie an geschützten Standorten, in milderen Regionen und weiter südlich mit intensiverer Sonneneinstrahlung höher.
Für mittelhohe Hecken mit 4-7 m Höhe eignen sich Phyllostachys aureosulcata ‚Aureocaulis‘, Phyllostachys bisseti, Phyllostachys atrovaginata und für milde Regionen Phyllostachys arcana ‚Luteosulcata‘.
Etwas höher können mit bis ca. 8 m Phyllostachys parvifolia und mit bis ca. 9 m Phyllostachys aureosulcata ‚Spectabilis‘ werden. Phyllostachys viridiglaucescens und Phyllostachys iridescens können an guten Standorten auch 10 m erreichen.
Große Höhe und Halme mit großem Durchmesser erreichen die Sorten von Phyllostachys vivax. Phyllostachys vivax ‚Aureocaulis‘, Phyllostachys vivax ‚Huangwenzhu‘ beispielsweise können auch in kühleren Regionen an geschützten Standorten bis zu 12 m hoch werden. Alle Vivax benötigen entsprechend ihres enormen Wachstums aber auch eine große Pflanzfläche und treiben lange und sehr kräftige Ausläufer.
Auch Semiarundinaria eignen sich in milden Gegenden sehr gut für hohe Sichtschutzhecken.
Semiarundinaria fastuosa mit rötlich ausfärbenden Halmen und die grünhalmige Form ‚Viridis‘ wachsen straff aufrecht und sind mit den relativ großen Blättern besonders für wärmere Standorte zu empfehlen. Beide Bambusse aus der Gattung Semiarundinaria wachsen mit ihren kurzen Zweigen wie Säulen. Sie können Höhen von 4 bis 8 Metern erreichen.
Pflanzabstände zu Gebäuden und Mauern etc.
In jedem Fall müssen Sie auf einen ausreichenden Abstand achten. Die langen im Wind spielenden Halme können zum Ärgernis werden, wenn es dadurch zu Schäden an Mauern oder Gebäuden kommt. An Straßen, öffentlichen Wegen oder angrenzenden Grundstücken kann es bei Schnee durch die weit überhängenden Halme zu Beeinträchtigungen kommen. Ganz leicht lässt sich das Ausschwingen oder Überhängen der Halme mit einer dekorativen Bambusstellage verhindern oder Sie binden die Pflanze in Zweidrittel der Höhe locker mit einem verzinkten Draht zusammen. So stützen sich die Halme gegenseitig und hängen auch bei Schnee nicht mehr über. Bei größerer Schneelast empfiehlt es sich in diesem Fall aber, den Schnee abzuschütteln, da befestigte Halme, die sich nicht frei biegen können, leichter brechen.
Die Gerichte ordnen Bambus als Gehölz ein. Beachten Sie also die Grenzabstände für Gehölze (Bäume und Sträucher). Außerdem haften Sie für alle Schäden die von Ihrem Grundstück ausgehen, also auch für die weit auswuchernden Rhizome.
Pflanzzeit
Die beste Pflanzzeit ist im Frühjahr, Containerpflanzen können aber problemlos bis in den Herbst gepflanzt werden. Die ausläufertreibenden Arten sollten allerdings, anders als die Fargesien, bis Mitte September gepflanzt sein, damit sie vor dem Winter noch einwurzeln können.
Haben Sie Nachfragen oder wünschen eine spezielle Beratung oder Pflanzenempfehlung, senden Sie gerne eine E-Mail. Wir beraten auch telefonisch unter 05136 5742 oder natürlich direkt vor Ort in Lehrte-Steinwedel bei Hannover.
Viele Informationen zum Thema finden Sie auch im Bambus-Lexikon.